Monthly Recap: Oktober

And my song, it goes on just like the ocean,

It might calm somedays but it never really dies

All I tried to say remains unspoken

And the melody keeps waiting for the tides.

Renn –Heartache and a song

Okay, ich gebe es zu, ich habe schon wirklich lange keinen Monthly Recap verfasst. Und das, obwohl diese Kategorie meines Blogs doch eigentich zu meinen liebsten gehört. Aber der Alltag hat einen häufig so sehr im Klammergriff, dass man den Dingen, die man gerne tut, nicht immer auch die Zeit widmen kann, die sie verdienen.

Deshalb gibt es jetzt einen extra langen Monatsrückblick – denn im Oktober ist Einiges passiert. Anfang des Monats war ich mit meiner Schwester im Europapark. Als Kind, das im Südwesten Deutschlands aufwachsen durfte, war der „Weltbeste Erlebnispark“ (dafür wurde er schon mehrfach ausgezeichnet) immer nur einen Katzensprung entfernt. Doch gerade deshalb waren wir in den vergangenen Jahren in den anderen Parks Deutschland unterwegs, sodass wir „unseren“ schon sehr vermisst haben. Mit neuen Atraktionen konnte der Park dieses Jahr nicht aufwarten, Altes hat sich jedoch sehr bewährt. Was mich außerdem sehr begeistert hat, war die einzigartige und geradezu opulente Herbst- und Halloweendekoration. So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen: Bunte Kürbisse überall, riesige Sangfiguren, anthropomorphe Maiskolben mit Menschengesichtern, Gruselgestalten, schwarze Spinnen, goldgelbe Heuballen…der Park hat sich selbst übertroffen. Allein wegen der wunderschönen Gestaltung würde ich es jedem ans Herz legen, einen Besuch außerhalb der Sommerhauptsaison zu machen. Außerdem gab es am Nachmittag eine schaurig-schöne Halloweenparade, die mein Herz höher schlagen ließ.

Jetzt habe ich schon so schön vom Herbst geschwärmt, dabei war der Sommer im Oktober für mich noch längst nicht vorbei, denn mein diesjähriger Sommerurlaub hat sich…ein wenig nach hinten verschoben. Mit meinem Vater bin ich für eine Woche nach Spanien, genauer, nach Malaga geflogen und habe mich eine Woche so richtig schön ausgeruht. Von morgens nach dem Frühstück bis abends vor dem Dinner lag ich am Strand und am Pool und habe gedöst, gelesen und die warmen Sonnenstrahlen genossen. Es war einfach herrlich! Mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist nicht wirklich kleiner geworden, obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe. An zwei Tagen haben wir auch noch größere Ausflüge unternommen: Zum einen sind wir den „Caminito del Rey“ gelaufen, einen alten, drei Kilometer langen Klettersteig in der Nähe von Álora in der Provinz Malaga, der heute ein sehr gut besuchter und beeindruckender Wanderweg ist. Er führt in etwa 100 Meter Höhe entlang steiler Wände durch zwei bis zu 200 Meter tiefe schmale Schluchten. Insgesamt 7 km sind wir an diesem Tag gelaufen.

Zum anderen – und das war der eigentliche Grund für unseren Besuch – haben wir die Alhambra besichtigt. Die alte Nasridenpalastanlage und der Sommerpalast Generalife gehört zum Weltkulturerbe und sind eine der am häufigsten besuchten Touristenatraktionen Europas. Wichtig: Man sollte vorab eine geführte Tour buchen (sonst kommt man vor allem in der Hauptsaison nicht einmal hinein) und am besten morgens starten. Wunderschön, beeindruckend und definitiv einen Besuch wert, aber auch (leider) sehr touristisch. Man sollte also wissen, worauf man sich einlässt 😛

Als Bücherliebhaberin, Leseratte und Germanistin habe ich es mir dieses Jahr natürlich auch nicht nehmen lassen, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen. Rückwirkend gesehen hätte ich das Publikumswochenende besser meiden sollen, denn der Andrang war 2019 noch stärker als 2018. Was mitunter dem Umstand geschuldet sein muss, dass zum ersten Mal der Samstag auch zum Buchverkauf geöffnet war. Doch das war es wert, denn dieser Samstagabend hielt mein persönliches Messehighlight bereit: Die allererste Literaturgala mit hochkarätigem Besuch! Mit dabei waren internationale Autorengrößen wie Elif Shafak, Maja Lunde, Ken Follett und…Margaret Atwood! Die ganzen Tage über hatte ich meine Ausgabe der Zeuginnen übers Messegelände geschleppt, um ein Autogramm zu ergattern, musste aber erfahren, dass alle Autoren dafür abends leider nicht zu Verfügung stehen. Zunächst war ich sehr entäuscht, doch dann entdeckte ich, dass meine Sitznachbarin eine signierte Ausgabe in den Händen hielt. Als ich mich danach erkundigte, erfuhr ich, dass man im Foyer bereits signierte Ausgaben erstehen konnte. Zweimal dasselbe Buch kaufen – bei aller Liebe – wollte ich nicht, flitzte aber ganz schnell hinaus, um mir den neuen Roman von Maja Lunde zu ergattern. Gott sei Dank hatte ich das nicht schon zuvor am Bahnhof getan, wie ich es eigentlich vorgehabt hatte.

Margaret Atwood bei der Literaturgala
Bei den Dursleys konnte ich auch kurz reinschauen 🙂
Der Künstler Sebastian Meschenmoser spricht über die neue illustrierte Ausgabe von „Die unendliche Geschichte“ (die natürlich auch schon in meinem Regal steht:))
Die Ullstein-Eule!

Übrigens: Auch meine zeitgenössische Lieblingsdichterin Julia Engelmann durfte ich bei einer Lesung ihres neuen Buchs Keine Ahnung, ob das richtig ist persönlich kennenlernen. Obwohl mir die äußeren Umstände einen gehörigen Strich durch die Rechung machen wollten. Genaueres erfahrt ihr hier: //www.instagram.com/p/B3xQuBAotpY/

An diesem Punkt muss ich meine aktuelle Hörbuchliebe mit euch teilen: Als ich vergangenes Jahr während meiner Masterarbeit Probleme mit dem Einschlafen hatte, habe ich begonnen, Hörbücher zu hören. Mir hat das damals sehr geholfen. Dumm war nur, dass ich immer den richtigen Moment verpasst habe, um es rechtzeitig auszuschalten, sodass ich immer ewig zurückspulen musste. Seit drei Monaten habe ich deshalb Audible und bin sehr zufrieden damit. Der Mitgliedbeitrag lohnt sich für mich – inzwischen höre ich auch auf dem Arbeitsweg und beim Sport. Jetzt gerade ist es Circe von Madeline Miller. Ein Hörbuch im Monat reicht mir inzwischen nicht mehr 🙂 Meine zuletzte gehörten Titel findet ihr unten in der Liste.

Und last but not least: Meine Geschwister und ich haben unseren Eltern dieses Jahr eine Musicalbesuch zum Geburtstag geschenkt. Gemeinsam sind wir deshalb vorletzte Woche in Aladdin in Stuttgart gegangen. Ehrlich gesagt, finde ich keine Worte, um zu beschreiben, wie toll ich das fand. Ich war so überwältigt, saß zwischendurch mit offenem Mund da und staunte wie ein Kind. Sollte ich je Geld für dieselbe Sache zweimal ausgeben, dann für dieses Musical. Eine Woche später kaufte ich mir die Disney-DVD dazu und höre nun die Musicalnummern rauf und runter…wenn ihr also auf Musicals steht, ist Aladdin definitiv ein Muss!

Eine Sache habe ich jetzt noch unerwähnt gelassen: Letzte Woche hatte ich die Ehre und große Freude, die beiden Musiker der Kölner Band Mrs Greenbird live singen hören zu dürfen. Es war eine kleine Location mit kaum 100 Besuchern, die Atmosphäre privat und „wie im Wohnzimmer“. So sehr ich große Konzerte feiere, so sehr genieße ich diese „intimen“ Momente. Sie hatten einen Voract dabei, den Singer/Songwriter Renn aus Nashville. In der Pause kam ich kurz mit ihm ins Gespräch, er ist ein super netter Kerl und zum ersten Mal in Deutschland (die Verse am Anfang des Artikels sind übrigens von ihm). Alle drei machen wirklich tolle Musik, die ich seither ebenfalls ohne Pause höre. Danke deshalb an meine beste Freundin, die mich zum Konzert mitgenommen hat.

Wie ihr seht, der Oktober hatte es kulturtechnisch wirklich in sich. Halloween habe ich natürlich auch gefeiert, aber das sollte für diejenigen, die meinen Februarrückblick gelesen haben, keine Überraschung sein 🙂 Der November wird wahrscheinlich ebenso wenig beschaulich: Mein Geburtstag steht an, zudem noch ein Konzert, außerdem die Weihnachts(geschenk)planung….ich freu mich drauf. Und ihr?

Eure Jenny

  • Gesehen/Erlebt:

Europapark

Frankfurter Buchmesse

Malaga und die Alhambra in Granada

Berlin. I love you

Der Trafikant

  • Gelesen:

Anne Freytag – Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte

Julia Engelmann – Keine Ahnung, ob das richtig ist

Margaret Atwood – Der Report der Magd

  • Gehört:

Renn – King of California

Madeline Juno – Was bleibt (Album)

Taylor Swift – Lover (Album)

Mrs Greenbird – Dark Waters (Album)

Sarah J. Maas – Trone of Glass. Die Sturmbezwingerin, Der verwundete Krieger und Herrscherin über Asche und Zorn

  • Gekauft:

Maja Lunde – Die letzten ihrer Art

Margaret Atwood – Die Zeuginnen

Live simply – Bloom Wildly (Buch)

Always wear the red one

Ein Plädoyer für den roten Mantel

Wenn mich jemand spontan auffordern würde, aus dem Stehgreif ein einziges Kleidungsstück aus meiner Garderobe auszuwählen und es zu meinem Lieblingsstück zu küren, dann würde die Wahl wohl ohne großes Zögern auf meinen heißgeliebten zinnoberroten Wollmantel fallen.

Seine auffallende Farbe und sein klassischer Schnitt, diese konträre Kombination macht ihn einfach zu einem zeitlosen und leicht zu kombinierenden Klassiker. Und das zu jeder Gelegenheit. Denn er lässt sich sowohl im Alltag gut zu schlichten Teilen tragen, als auch zu schickeren Anlässen – man muss lediglich das Schuhwerk wechseln.

Meinen roten Mantel habe ich im Herbst 2017 bei Mango ergattert – und seine Beliebtheit ist bis heute ungebrochen.

Selten wurde ich so oft auf ein Kleidungsstück angesprochen wie auf diesen einen roten Mantel. Selten hab ich derart viel positive Resonanz auf ein Teil aus meiner Garderobe erhalten.

Der rote Mantel ist das It-Piece, durch das selbst das langweiligste oder schlichteste Outfit ohne große Mühen aufgewertet werden kann. Rot ist eine Signalfarbe, fällt in der Menge auf. Ein wenig Mut gehört schon dazu, ein Kleidungsstück in dieser Farbe zu tragen. Bewege ich mich durch den morgendlichen Berufsverkehr in öffentlichen Verkehrsmitteln, heben einige Frauen anerkennend die Augenbrauen und so mancher männliche Blick folgt dem roten Teil. „Man hat dich schon gesehen, als du ausgestiegen bist“, dies sagte mir mein Bruder, als er mich in jenem Herbst am Bahnsteig der Deutschen Bahn abholte. In der Masse aus schwarzen und grauen Mänteln, Capes und Jacken stach ich hervor wie ein Kanarienvogel in den tristen Häuserschluchten New Yorks. Und da ich sowieso nur knapp 1,60 m groß bin, kann ich in der Menge nicht mehr so leicht verloren gehen 🙂

Dennoch ist ein roter Mantel weniger aufdringlich und schrill wie andere ein Kleidungsstück dieser Art in anderen Knallfarben: In Gelb oder beispielsweise Grün. Zwar ist der marineblaue oder königsblaue Mantel ebenso ein Klassiker, der zweifellos in jede Fashionista-Garderobe gehört. Doch es gibt einfach nichts Schöneres, als im Herbst in der Natur unterwegs zu sein und mit den gelben, orangenen und goldenen Blättern um die Wette zu leuchten. Da wird einem immer warm (ums Herz) sein – unabhängig von jeglicher Außentemperatur. Blau wirkt im Vergleich zu Rot stets kühler und distanzierter, passt sich somit der tristen Stimmung des Winters an.

Nachweislich hebt das Teil deshalb auch (meine) Stimmung: Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn es das Wetter zulässt, meinen Lieblingsmantel zu tragen. Von einem Ohr zum anderen grinsend marschiere ich durch die Innenstadt und genieße die Wirkung, die er auf mich und meine Umgebung hat.

Deshalb lohnt es sich immer, in einen roten Mantel zu investieren. Den Kauf habe ich noch nie bereut.

(Ach…und für die Fashionistas unter meinen Lesern: An einem solchen Mantel lässt sich ein aktueller Trend bestens umsetzen: Das Comeback der Brosche! An meinem Mantelkragen trage ich zum Beispiel eine Spotttölpelbrosche (fangirl moment!). Für Unwissende erscheint sie als eine ganz normale Schmuckbrosche mit Tiermotiv – doch für Wissende ist es ein Bekenntnis: Ich bin Teil der Rebellion!)

Ein Dankeschön auch an die Fotografin. Die Bilder hat meine liebe Freundin Isabel in Ulm mit mir gemacht.

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Narciso Rouge. Feminin, blumig mit Moschusnote. Ein schwerer Duft, aber ich liebe ihn

Und wie sieht es bei euch aus? Gibt es in eurem Kleiderschrank auch so ein Teil?