Die Weisheit in Kinderbüchern – Ein Plädoyer für Bücher mit Bildern

Gestern Abend kam Cinderella im Fernsehen. Eine Disneyproduktion mit realen Darstellern aus dem Jahr 2015. Lily James (Mamma Mia. Here we  go again), Helena Bonham Carter (Harry Potter) und Richard Madden (Game of Thrones) in den Hauptrollen. Ich bin ein bekennender Fanvon Kinderfilmen und Märchen, weshalb ich nicht umhin kam, mir den Film anzusehen.

Es war ein sehr bezaubernder Film mit Magie und hübschen Kostümen, natürlich seichte Unterhaltung, kindgerecht mit Happy End. Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Denn als ich nach dem Film im Bett lag, habe ich mir so meine Gedanken gemacht. Zu Märchen und Kindergeschichten allgemein. Denn oft steckt in diesen eine Botschaft, die es zu entschlüsseln gilt. Märchen sind voller typenhafter Charaktere und die Guten siegen gegen die Bösen, weil sie ja gut sind und in einer optimalen Welt, da gewinnt nun einmal der Held mit dem reinen, aufrichtigen Herzen. Klingt vielleicht erst einmal ziemlich utopisch und kitschig, ist auf den zweiten Blick aber eine Erkenntnis, auf die wir in unserem Alltag des Öfteren zurückgreifen sollten. Wie eine Freundin vor kurzem zu mir sagte: „Liebe und Hass verbreiten sich wie eine Krankheit. Begegnest du einer Person freundlich, dann wird sie auch zu jemand Anderem liebeswert sein. Begegnest du jemandem jedoch mit Hass, dann wird er sich anseinen Nächsten auf dieselbe Art nähern. Du entscheidest also über weit mehr als deine eigene Handlung.“

Erst letzte Woche war ich in der Buchhandlung, um einen Blick auf das (wirklich umfassende) Weihnachtsangebot zu werfen und meine letzten Feiertagseinkäufe zu tätigen, als ich wie immer bei den Kinderbüchern hängengeblieben bin. Ich liebe sie einfach! Sie sind oft mit viel mehr Liebe produziert als Bücher für Erwachsene. Und die aufwändigen Illustrationen begeistern mich jedes Mal aufs Neue. Gerne würde ich das auch können. In „Erwachsenenbüchern“ hat man so etwas ja nicht mehr (mal abgesehen von den Romanen Walter Moers). Früher, als Kind, erfreute man sich an den Bildern und konnte sich die erzählte Geschichte dadurch besser vorstellen, aber mit wachsendem Alter, so glaubt man, benötigt man sie nicht mehr, um der eigenen Imaginationskraft Hilfestellung zu leisten. Sie werden deshalb meist als schmückendes, jedoch nutzloses Beiwerk abgetan und überblättert, um schnellstmöglich der Handlung weiter folgen zu können. Dabei sind sie so viel mehr. Endlich ist man in der Lage, die Kunstfertigkeit und das Handwerk hinter dem Bild zu erkennen und oft sieht man mit dem „gereiften“ Auge mehr, als sich einem als Kind offenbart hat. Darüber hinaus wird man daran erinnert, was man damals gedacht und gefühlt hat – man reist gewissermaßen zurück in die Vergangenheit, erhascht einen Blick auf die Person, die man einst gewesen ist. Fragen tauchen dann auf: Ist man zufrieden mit seinem gegenwärtigen Ich? Hat man noch dieselben Wünsche und Vorstellungen wie damals? Ist man glücklich?

Worauf ich aber eigentlich hinaus will, ist, dass in Kinderbüchern ein immenser Fundus an Weisheit zu finden ist – selbst oder gerade für Erwachsene. (Ich weiß, selbst das ist eine Binsenweisheit, mit derallzu oft um sich geworfen wird. Aber ich finde, man kann es nicht oft genugsagen :)). Otfried Preußlers Die kleine Hexe zum Beispiel bringt uns bei, zu uns selbst zu stehen und uns nicht von anderen nach deren Vorstellungen verbiegen zu lassen, obwohl es doch so sehr gegen unsere Natur ist. Momo von Michael Ende zeigt das Paradox der Zeit auf, dem wir als Erwachsene unterliegen. Ein jeder strebt danach, so viel Zeit wie möglich zu haben, schafft es jedoch nicht, sich dieser bewusst hinzugeben, wenn er sie endlich hat oder füllt sie mit unnützen, inhaltslosen Dingen.

„Niemand schien zu merken, dass er, indem er Zeit sparte, in Wirklichkeit etwas ganz anderes sparte. Keiner wollte wahrhaben, dass sein Leben immer ärmer, immer gleichförmiger und immer kälter wurde.“ (Michael Ende, Momo)

Findet ihr nicht auch,dass dies eine Botschaft ist, an die wir gerade in unserer heutigen schnelllebigenZeit, in der wir von einem Termin zum anderen hetzen und das wirklich Wesentliche aus den Augen verlieren, an die wir erinnert werden sollten? So oft es geht? Damit wir daran vielleicht auch mal etwas ändern? Wie gelangt ein Thema von derartiger Aktualität in ein Kinderbuch der Siebziger? Der Klassiker ist fast jedem ein Begriff, aber wer würde auf die Idee kommen, es in die Hand zunehmen – gerade, wenn man keine Kinder hat – und sich die Message zu verinnerlichen?

Oder in dem Cinderella-Film gestern Abend, da wiederholte die Stimme der guten Fee immer aufs Neue: „Aber Cinderella vergaß nie ihr Versprechen ihrer Mutter gegenüber, stets mutig und freundlich zu sein.“ Was letztendlich ja dazu geführt hat, dass sie ihr Glück finden konnte.

Warum wohl erzählen wir Kindern Geschichten dieser Art? Die Absicht liegt darin, ihnen bestimmte Werte zu vermitteln und sie zu guten, aufgeschlossenen und ehrlichen Menschen zu erziehen. Eine durchaus ehrenhafte Absicht, wie ich finde. Jedoch vergessen wir das Gelernte allzu bald wieder, wenn wir vom Kind zum Erwachsenen heranreifen. Man verliert denn Sinn für Phantasie, Idealismus, Moral, Engagement. An diesem Punkt hören wir, wir sollen uns durchboxen, im Leben bekäme man nichts geschenkt, jeder sei sich selbst der Nächste….Was soll das, frage ich mich? Wo ist die Weisheit aus den Kinderbüchern denn geblieben? Wie können wir von Kindern verlangen, jene Tugenden zu lernen und zu verinnerlichen, wenn wir selbst nicht mehr in derLage sind, diese anzuwenden?

Deshalb mein Wunsch: Lest mehr Kinderbücher! Lest die Werke, die ihr seit eurer Kindheit aus Nostalgiegründen von Umzug zu Umzug mitschleppt und erinnert euch daran, warum ihr davon so begeistert wart, als ihr noch fliegen und mit Tieren sprechen konntet!

Liste meiner Kinderbuch-Klassiker:

Momo ( Michael Ende)

Die kleine Hexe (Otfried Preußler)

Die Märchen der Gebrüder Grimm

Tom Sawyer (Marc Twain)

Alice im Wunderland (Lewis Carroll)

Good Night Stories for Rebel Girls (Elena Favilli und Francesca Cavallo)

Die Schneeschwester (Maja Lunde)

Mein erster Blogbeitrag – schon wieder ein neuer Blog (!?)

Schon wieder ein neuer Blog, das mag sich der ein oder andere vielleicht denken, wenn er auf diesen hier trifft. Schon wieder ein neuer Millenial, der glaubt, seine Ansichten mit der ganzen Welt teilen zu müssen. Der glaubt, sich Geltung verschaffen zu müssen, in einer Welt, die momentan überquillt vor Meinungen, Likes, Tweeds und Kommentaren.

Hallo, mein Name ist Jenny, ich bin 25 Jahre alt und das ist meine Sicht der Dinge. Mein Blick auf die Welt. Mein Blog zu den Themen Mode, Beauty, Bücher, Zeitgeist. Alles Dinge, die die Welt schöner und facettenreicher machen.

Schon seit Jahren treibt mich die Idee um, einen eigenen Blog zu starten, doch immer fehlte es an etwas: Zeit, Motivation, geeigneten Fotos und passenden Themen. Denn es gibt so vieles, was mich begeistert und mich beschäftigt. Worüber ich schreiben will.

Nun, mit dem sich dem Ende zuneigenden Jahr 2018, dachte ich, ich beginne 2019 nicht mit zahlreichen guten Vorsätzen, die ich niemals umsetzen kann, sondern setze Ende 2018 etwas um, was ich mir schon länger vorgenommen habe: Meinen eigenen Blog.

Ich selbst lese sehr gerne Blogs von Modemenschen und Beautyqueens, von Büchernerds und Gegenwartskritikern. Jedoch habe ich eine Beobachtung gemacht: Viele Blogs behandeln lediglich nur ein Thema und gleichen sich zu sehr. Werden zu einem Einheitsbrei. Viele Beiträge sind inhaltslos und nichtssagend. Das möchte ich ändern: Ich möchte bewegen, motivieren, inspirieren. Weil ich das liebe.

Und ich hoffe, es gelingt mir.

Wünscht mir Glück!

Jenny